Schrift: größer/kleiner
Inhaltsverzeichnis
Sie sind hier: www.rk-langenfeld.lvr.de > Aktuelles > November 2009- Jubiläum der Migrantenambulanz
Die Patientinnen und Patienten kamen aus der Türkei, Russland, Polen, Spanien, Albanien, Marokko, Libanon, Iran, Sri Lanka, Kongo - nach fünf Jahren Arbeit kann die Migrantenambulanz der eine bemerkenswerte Bilanz ziehen: Mehrere Tausend Hilfesuchende nahmen die Angebote der bundesweit ersten Spezialambulanz in Anspruch. Inzwischen gibt es ungefähr zehn vergleichbare Angebote in Deutschland.
Die Migrantenambulanz der LVR-Klinik Langenfeld ist die einzige, die ganztägig ausschließlich mit Patienten mit Migrationshintergrund arbeitet, vorwiegend mit türkisch- und russischsprachigen Patienten. Sie richtet sich an die Migrantinnen und Migranten, die über die bestehenden Strukturen nicht ausreichend psychiatrisch-psychotherapeutisch versorgt werden. Genutzt wird das ambulante Angebot vor allem von Frauen, die zwei Drittel der türkischsprachigen Patienten und drei Viertel der russischsprachigen Patienten ausmachen.
Im regulären Versorgungs- und Behandlungsalltag erschweren Sprachbarrieren, fehlende Kenntnisse der ethnischen Besonderheiten und eine aufwendige Einarbeitungsleistung die Hilfestellung für Migranten. Es ist auch allgemein bekannt, dass Minoritäten psychiatrische Dienste nur unterdurchschnittlich und nicht ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechend wahrnehmen. Ursachen hierfür sind ebenfalls Sprachbarrieren, kulturgeprägte Unterschiede bei der Wahrnehmung von psychischen Krankheiten sowie erfahrungsbedingte Barrieren innerhalb des Gesundheitssystems. Eine besondere Gruppe bilden die Patienten mit psychiatrischen Alterserkrankungen, die große Schwierigkeiten mit den sprachlichen Einschränkungen haben. Die Migrantenambulanz kooperiert mit den Universitätskliniken in Köln und Istanbul in dem Projekt „Transkulturelles Assessment", das zum Ziel hat, ein Instrument zur Bestimmung demenzieller Erkrankungen bei Migranten zu entwickeln.
Anlässlich des Jubiläums hat im Festsaal der Klinik die Tagung „Offen für Grenzerlebnisse?- Aus dem Alltag der interkulturellen Praxis" stattgefunden. Als Referenten konnten in der interkulturellen Praxis erfahrene Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden, unter anderem Prof. Dr. Josef Kessler, Universitätsklinik Köln, Diplom-Psychologin Eva van Keuk, Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf e.V., Prof. Dr. Wolf-Dietrich Bukow von der Universität zu Köln und Diplom-Psychologe Marian Juszak.